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Genetik   

Die Kurzform: erstmal grundsätzlich:

es gibt Agouti -Tiere mit Zeichnung- und Non Agouti  -Tiere ohne Zeichnung-

die verschiedene Zeichnungsmuster:

a. mackerel tabby auch Tigerzeichnung genannt

b. classic tabby auch gestromt, bloched oder Räderzeichnung genannt

c. ticked tabby die Zeichnung die aussieht wie das Fell eines Wildhasen

d. spotted tabby auch getupft genannt


Die Langform:
Nun, einfach ist in der Vererbungslehre eigentlich ( beinahe ) alles - wenn man das Prinzip erst einmal verstanden hat. Das hier soll ein einfacher Leitfaden sein, es soll Ihnen in kurzen verständlichen Worten und Bildern erklären, warum zum Beispiel zwei getigerte Katzen plötzlich einfarbig schwarze Babys bekommen können und warum eine völlig weiße Katze eigentlich eine rote Katze sein kann. Dazu müssen Sie aber ein wenig über die Grundbegriffe der Vererbungslehre wissen, wie Zellen entstehen und wie das Prinzip der Fortpflanzung funktioniert.

 

Grundwissen : Genetik - alles andere als einfach ?
> Wirkung von Genen
> Gen-Abkürzungen und ihre Bedeutungen
> warum auch einfarbige Katzen eigentlich Tabbys ( getigert ) sind

 
>black - chocolate - lilac
> Siamzeichnung
> von black zu blue - das Verdünnungs-Gen
> Silber - das Inhibitor-Gen
> Kurzhaar & Langhaar
> geschlechtsgebundene Vererbung
> Weißscheckung
> warum eine weiße Katze eigentlich gar nicht weiß ist
 


Grundwissen : Genetik - alles andere als einfach ?

 

Zunächst sollten Sie etwas über die Art und Weise erfahren, wie sich Eigenschaften von den Eltern zu deren Nachkommen vererben.
Jede Körperzelle enthält eine gewisse Anzahl an Chromosomen , und in diesen Chromosomen liegen wie an einer Perlenschnur aufgereiht die Gene. Die Gene enthalten alle Erbinformationen eines Lebewesens, wie die Körpergröße, die Fellbeschaffenheit und Farbe und vieles mehr.

Katzen besitzen 38 Chromosomen. Damit die Fortpflanzung möglich wird, muß diese Chromosomenzahl in den Keimzellen ( Spermien & Eizelle) halbiert werden, denn sonst würden Individuen mit ständig steigenden Chromosomenzahlen entstehen. Diesen einfachen Chromosomensatz ( 19 ) in den Keimzellen nennt man grundlegend oder haploid, den kompletten Chromosomensatz der Katze ( 38 ) nennt man diploid.

 

Es gibt 2 Arten der Zellteilung - die Mitose und die Meiose.
Die Mitose dient der Erschaffung gleichartiger Zellen beim Wachstum und dem Erneuern von beschädigten oder abgestorbenen Gewebe. Dabei löst sich die Zellwand auf und die Chromosomen legen sich in eine Reihe nebeneinander (2). Durch den Prozeß der Selbstkopierung bilden sie exakte Kopien von sich selbst (3), eine zweite Reihe von Chromosomen entsteht. Die beiden Reihen wandern auseinander, um jede Reihe bildet sich eine neue Zellwand (4). Somit sind zwei neue Zellen mit jeweils 38 Chromosomen aus der ursprünglichen Zelle entstanden (5).

Vorgang der Mitose

                         

Die Meiose dient dem Erschaffen der Keimzellen und somit der Halbierung des Chromosomensatzes. Wie bei der Mitose löst sich zunächst die Zellwand auf und die Chromosomen ordnen sich zu einer Reihe. Doch diesmal legen sich immer zwei in Form und Größe gleichartige Chromosomen nebeneinander (2). Jetzt kann man erkennen, daß es sich tatsächlich um 19 Chromosomenpaare handelt. Auch hier trennen sich die beiden Reihen voneinander und es bildet sich um jede eine neue Zellwand (3). Die beiden neuen Zellen haben nun jeweils den einfachen, also haploiden Chromosomensatz (4). Diese Zellen durchlaufen nun den Vorgang der Mitose und bilden gleichartige (Keim-)Zellen (5).


Vorgang der Maiose

Unter den gleichartigen Chromosomen gibt es eine Anomalie, die nur auf das männliche Tier beschränkt ist. Man findet 9 kleine und 9 große Chromosomenpaare und eines, das unterschiedlich in Form und Größe ist. Dies sind die geschlechtsbildenden Chromosomen, man nennt die X- und y-Chromosom.

Wirkung von Genen

Gene wirken unterschiedlich zueinander. Folgende Begriffe sollte man kennen :

dominant & rezessiv ein dominantes (vorherrschendes) Gen unterdrückt oder überlagert die Auswirkung eines rezessiven (zurücktretenden) Gens. Nehmen wir das Beispiel für die Länge des Fells. Das Gen für kurzes Haar ist dominant, das Gen für langes Fell ist rezessiv. Wenn man ein langhaariges Tier mit einem kurzhaarigen Tier verpaart, sind alle Nachkommen kurzhaarig, weil das Kurzhaar-Gen die Auswirkung des Langhaar-Gens unterdrückt. Dominante Gene werden mit Großbuchstaben ausgedrückt, rezessive Gene mit Kleinbuchstaben.
Das bedeutet weiterhin, wenn wir die Auswirkung eines rezessiven Gens sehen können, dann muß das Tier dafür reinerbig sein !

homozygot & heterozygot Homozygot bedeutet reinerbig, heterozygot bedeutet mischerbig. Ein reinerbiges Tier besitzt gleichartige Chromosomen und Gene. Nehmen wir als Beispiel einen schwarzen Langhaarkater - er ist reinerbig für Einfarbigkeit (non-Agouti) und für langes Haar, denn beide Gene sind rezessiv.
Anders herum kann eine kurzhaarige black tabby Katze durchaus die Gene für langes Haar und non-Agouti tragen. Man sieht sich nicht, aber die Katze kann sie vererben. Daher ist es wichtig, sowohl den Phänotyp als auch den Genotyp einer Zuchtkatze zu kennen !

Phänotyp & Genotyp Phänotyp nennt man das äußere Erscheinungsbild einer Katze (also das, was man sieht), der Genotyp ist die Bezeichnung für das gesamte Erbgut der Katze (also das, was drin ist), egal ob man die Auswirkungen der vorhandenen Gene äußerlich sehen kann oder nicht.

Mutation die Mutation ist eine sprunghafte Veränderung im Erbgut, wahrscheinlich durch einen Fehler während des Kopiervorganges des betreffenden Gens. Durch Mutation entstanden einfarbige Tiere, verschiedene Fellfarben und Zeichnungen, sowie alle Merkmale, die sich von der wilden Katze unterscheiden. Mutationen kommen auch in der Natur vor, z.B. schwarze Leoparden (Panther) und weiße Löwen.

Poly-Gene Polygene sind Gene, die in Verbindung mit anderen Genen eine sehr unterschiedliche Merkmalsausprägung haben können ( wie hell oder dunkel ist die Fellfarbe, wieviel Silberanteil hat das Haar usw.). Daher gibt es immer wieder Schwankungen, die man züchterisch nur durch strenge Auslese beeinflussen kann ( beispielsweise immer die Katzen mit der dunkelsten Fellfarbe miteinander verpaaren, um ein tiefes blau zu erreichen).

Gen-Abkürzungen und ihre Bedeutungen

A


Agouti (gezeichnet)

a

non-Agouti (einfarbig)
   
B schwarz (nicht chocolate, also
black, red usw.

b

braun (chocolate)

bl
 
C normale Färbung cs Siamzeichnung cb Burma-Gen
D dichte Pigmentierung (Vollfärbg.) d schwache Pigmentierung
(Verdünnung)
   
I Silber i nicht Silber    
L kurzhaarig l Langhaarig    
O rot (gelb) o nicht gelb    
S Scheckung (weiße Flecken) s nicht gescheckt (ohne weiss)    
Ta ticked Tabby (Abessihier, Somali) T mackerel Tabby tb classic (bloched)Tabby
W weiß w nicht weiß    
X weibliches Gen y männliches Gen    

Wie wendet man die Buchstaben nun an ?

Sie müssen zunächst noch wissen, daß wir nur die Buchstaben hinschreiben können, die wir auch wirklich bestimmen können. Können wir das nicht, machen wir einen Strich. Fangen wir einfach an, nehmen wir eine Britisch Kurzhaar-Katze der Farbe black classic tabby mit weiß.

> die Katze ist eine Tabbykatze, ob sie aber non-Agouti trägt, wissen wir nicht ( also schreiben wir A-)
> die Katze ist eine black tabby, also schwarz - ob sie chocolate oder cinnamon trägt, können wir nicht sehen ( B-)
> die Katze ist 'normal' gefärbt und hat keine Maskenzeichnung, aber wir wissen wieder nicht, ob sie diese Gene      trägt (C-)
> die Katze hat eine Vollfarbe ( D-)
> sie ist nicht silber ( i i )
> sie ist kurzhaarig ( L-)
> sie ist weiblich und nicht rot (oo)
> sie ist weiß gescheckt ( also ein S-)
> sie zeigt classic Tabby ( tb tb)
> sie ist nicht weiß (ww)
> sie ist weiblich ( XX)
das macht zusammen den Gencode : A- B- C- D- ii L- oo S- tb tb ww XX

Wenn wir mehr wissen wollen, müssen wir uns die Eltern der Katze ansehen. Nehmen wir an, der Vater war ein lilac white Kater und die Mutter eine seal tabby point Katze. Ebenso gehen wir davon aus, daß die Briten reinerbig sind, also alle kurzhaarig. Dann können wir den Gencode der Katze um einiges ergänzen :

Aa Bb Ccs Dd ii LL oo Ss tb tb ww XX

> a - der Vater ist ein non-Agouti und kann nichts anderes vererbt haben als ein 'a'
> b - der Vater ist nicht schwarz, sondern lilac
> cs - die Mutter ist eine Point-Katze und kann nichts anderes vererbt haben
> d - der Vater ist lilac, die verdünnte Form von chocolate
> L - alle Tiere sind reinerbig kurzhaarig
> s - die Mutter trägt keine weißen Abzeichen

Warum ist es so wichtig, das zu wissen ? Nun, um Überraschungen zu vermeiden, bzw. um ein Zuchtziel erreichen zu können. Mit dieser Katzen können Sie sehr viele Variationen erzielen, sofern Sie den richtigen Kater dazu aussuchen, da sie für 5 Gene mischerbig ist. Sie können sowohl einfarbige Tiere als auch Tabbys bekommen, sowohl schwarze ( rote, blaue) als auch chocolate farbene Katzen, Sie können Colourpoints bekommen und sowohl vollfarbige als auch verdünnt farbige Tiere, und das alles mit und ohne weiße Abzeichen ( wie gesagt - mit dem passend dazu ausgewählten Kater!). Hätten Sie eine solche Farbenvielfalt von einer 'einfachen' black tabby Katze erwartet ???

Warum auch einfarbige Katzen eigentlich Tabbys ( getigert ) sind

Alle Katzen sind genetisch Tabbys. Einige Gene unterdrücken oder maskieren diese Streifenzeichnung nur, mehr oder weniger gut. Daher kann man bei einigen einfarbigen Katzen eine schwache Zeichnung, die "Geisterzeichnung" sehen. Ob man optisch eine Streifenzeichnung sehen kann, hängt von den Genen 'A' und 'a' ab.
Das Gen 'A' bewirkt eine Bänderung des einzelnen Haares (1), dadurch entsteht eine Art Wildtier-Zeichnung, ähnlich wie beim Wildkaninchen. Agouti ist eine Tarnfarbe. Durch Mutation entstand das Gen 'a' (und alle anderen Variationen der Gene). Ist das Gen 'a' reinerbig vorhanden, unterdrückt es das Agouti (2).

 
  Mögliche Genotypen :  

AA

reinerbige Agouti-Katze

Aa

mischerbige Agouti-Katze, äußerlich von einer reinerbigen nicht zu unterscheiden

aa

reinerbige non-Agouti Katze ( aa verhindert die Merkmalsausprägung der Tabby-Gene TA,
T & tb nur bei schwarz, blau, chocolate und lilac, aber kaum bei rot und creme! )

Mögliche Tabbytypen :

 

ticked Tabby

 

mackerel Tabby

classic Tabby (gestromt)

 

spotted Tabby (getupft)

Mögliche Genotypen :

TA

reinerbiger Abessinier Tabby

TA T

Abessinier Tabby, mischerbig für Tigerung (zeigt wahrscheinlich
Streifen an den Beinen und Halsringe)

TA   Tb

Abessinier Tabby, mischerbig für Stromung (zeigt wahrscheinlich
Streifen an den Beinen und Halsringe)

T  T

reinerbig getigerte Katze (mackerel Tabby)

T  tb

getigerte Katze, mischerbig für Stromung (optisch nicht von TT zu unterscheiden)

tb tb

reinerbig gestromte Katze (classic/blotched Tabby)

sp

modifizierendes Gen für "spotted", kann sich wahrscheinlich mit allen Tabbyarten kombinieren

 
>black - chocolate - lilac
> Siamzeichnung
> von black zu blue - das Verdnnungs-Gen
> Silber - das Inhibitor-Gen
> Kurzhaar & Langhaar
> geschlechtsgebundene Vererbung
> Weißcheckung
> warum eine weiße Katze eigentlich gar nicht weiß ist

Kleiner Farb-Genetik-Kurs 2

 

black - chocolate - lilac

B

black (nicht chocolate, also auch red, cream, blue    usw.)

b

chocolate

bl

light chocolate (cinnamon,"zimtfarben")

>  b b verändert schwarzes Pigment zu chocolate
>  b b verändert rotes Pigment nicht !
>  bl bl = rötliches hellbraun (Abessinier sorrel), verhält sich rezessiv zu B und b

Wenn das Verdünnungs-Gen hinzu kommt, verändern sich die Farben - egal, ob es sich um einfarbige Katzen, um Schildpatt oder Tabbys handelt.

 

von black zu blue

von chocolate zu lilac

von cinnamon zu fawn

C

Vollfarbe ( keine Maskenzeichnung)

cb

Burmafärbung

cs

Siamfärbung (Masken-Gen)

ca

Albino

 

> cb, cs und ca haben eine aufhellende Wirkung auf schwarzes Pigment und die Augenfarbe
> Körper- und Abzeichenfarbe sind durch die Außentemperatur beeinflußbar, je kälter desto  
   dunkler (daher auch die dunklen Abzeichen an den kühlsten Körperstellen : Schwanz, Gesicht,  
   Beine und Ohren)
> cs cs bewirkt eine stärkere Aufhellung & stärkeren Kontrast zwischen Points (Abzeichen) und
   Körperfarbe als cb cb

Durch die Vermischung der Gene cb und cs ( Kreuzung von Burma & Siamkatze) wurde eine neue Rasse geschaffen - der Tonkanese. Diese Katze kann nicht reinerbig gezüchtet werden, da bei der Verpaarung immer wieder Siam und Burmas entstehen können.

 

Von black zu blue - das Verdünnungs-Gen

Das sich durch das Verdünnungs-Gen die Farbintensität des Fells deutlich abschwächt, war ja bereits im Kapitel "black - chocolate - lilac" zu sehen. Aber warum ist das so ?
Es ist ganz einfach - das Gen 'D' bedingt eine sehr dichte Pigmentierung des Haares (1), das Gen 'd' hingegen bedingt eine weitaus geringere

 

 

Silber - das Inhibitor-Gen (engl. 'inhibit' = verhindern)

Das Inhibitor-Gen ( I ) verhindert, daß Pigment im unteren Teil des Haares sichtbar wird. Die Folge ist ein silberweißes Fell mit farbigen Spitzen. Wie passiert das genau ?
Stellen Sie sich eine Straße vor, die immer schmaler wird und schließlich in einer Sackgasse mündet. Auf der Straße liegt ganz viel Split. Nun kommt ein Bagger und schiebt den Split in Richtung der Sackgasse. Auf dem Weg dorthin beginnt er nach einer Weile, immer wieder ein paar kleine Steinchen zu verlieren. Es werden immer mehr und schließlich hat er das Ende der Straße erreicht und dort liegt dann der größte Teil der kleinen Steinchen.
Jetzt stellen Sie sich vor, die Sackgasse ist ein einzelnes Haar und die Split-Steinchen sind Farbpigmente. Das Gen 'I' verdrängt also praktisch die Pigmente zur Haarspitze hin ( 1. voll pigmentiertes Haar, 2. "Silber"-Haar).

Je nachdem, wie stark das Gen ausgeprägt ist, ist der nicht pigmentierte Teil des Haares länger oder kürzer. Dadurch entstehen die verschiedenen Spielarten :

1) Smoke - non-Agouti Katzen, 1/3 bis 1/2 des Haares ist silber
2) Silver Tabbys - wenn das Silber-Gen zum Agouti-Gen hinzu kommt, sehen wir eine Stromung / Tigerung auf silberweißem Untergrund; meist starker Kontrast, da das Gen 'I' besonders stark auf die Agouti-Haare wirkt
3) Shaded - Tabby-Katzen, 2/3 bis 3/4 des Haares ist silber
4) Shell / Chinchilla - Tabby-Katzen, 7/8 des Haares ist silber

Das Inhibitor-Gen ist ein Poly-Gen, es kann sich also in Verbindung mit anderen Genen verschieden auswirken. Daher kann es auch passieren, daß aus zwei optisch nicht silbernen Katzen plötzlich silberne Jungtiere entstehen. Meist trägt dann eines der Elterntiere auch Verdünnung ( ist also z.B. blau oder creme). In dem bereits aufgehellten Fell ist ein sehr geringer Silberanteil manchmal kaum zu sehen.


 

Kurzhaar & Langhaar

Das beste Beispiel für die Vererbung der Fell-Länge sind die Perser und die Exotic Shorthair. Die Exotic Shorthair ist eigentlich eine kurzhaarige Perserkatze. Nur statt des Genes 'l' für Langhaar hat die Exotic Shorthair das Gen 'L' für Kurzhaar. Das bedeutet, dass man zwar aus zwei Exoten kleine Perser bekommen kann, aber umgekehrt geht das nicht !

1) Verpaarung zweier reinerbiger Perser > dabei können auch nur Perser geboren werden

 
2) Verpaarung von einem Perser und einem mischerbigen Exoten - es können beide Rassen vorkommen
 

3) Verpaarung von einem Perser und einem reinerbigen Exoten - es können nur Exoten vorkommen

 
4) Verpaarung von zwei mischerbigen Exoten - es können beide Rassen vorkommen
 
5) Verpaarung von zwei reinerbigen Exoten - es können nur Exoten vorkommen
 
Man sieht hier noch ein Mal, wie stark dominante Gene arbeiten - sobald ein Tier mit reinerbigen dominanten Genen mit einem anderen Tier verpaart wird, zeigen sich die entsprechenden Merkmale bei allen seinen Nachkommen.
 

Geschlechtsgebundene Vererbung

Die Vererbung der Fellfarbe hängt direkt mit dem geschlechtsbildenden Chromosom 'X' zusammen. Nur dieses Gen trägt die Farbinformation, und es kann auch nur eine Information tragen - also entweder schwarz oder rot. Das Gen 'y' trägt keine Farbinformation. Da das Gen 'O' gegenüber dem Gen 'o' nicht dominant, sondern gleichwertig ist, können Schildpatt-Katzen entstehen. Und da der Kater normaler Weise nur ein X-Chromosom hat, kann er nur eine Farbe haben. Dennoch kann, ähnlich wie bei der Mutation, durch einen Fehler beim Kopieren der Gene ein Schildpatt-Kater entstehen. Diese Tiere haben meist zwei oder mehr X-Chromosomen, sind aber oft unfruchtbar.
Achtung : es kann auch hin und wieder mal vorkommen, dass eine Schildpattkatze kein einziges  rotes Haar hat ! Das diese Katze genetisch Schildpatt ist, fällt nur dann auf, wenn sie mit einem nicht roten Kater plötzlich roten oder schildpattfarbenen Nachwuchs hat. Entweder hat sie tatsächlich nur ein oder zwei rote Haare, die man nicht sieht, weil sie vielleicht am Bauch oder in den Achseln sitzen oder sie fallen innerhalb der Tabby-Zeichnung nicht auf, weil sie vom Rot- bzw. Creme-Anteil der Farbe des Agoutis zu ähnlich sind. Bei diesen Tieren sollte dann ein Vermerk im Stammbaum stehen ( z.B. Farbe : black classic tabby - genetisch torbie ).

 

Folgende Aussagen können verbindlich getroffen werden :

> verpaart man ein schwarzes Tier mit einem roten Tier, so sind die Mädchen immer bunt und die Kater haben die Farbe der Mutter
> verpaart man eine schildpatt Katze mit einem roten Kater, so bekommt man rote und bunte Mädchen und die Kater sind schwarz oder rot
> verpaart man eine schildpatt Katze mit einem schwarzen Kater, so bekommt man bunte und schwarze Mädchen und die Kater sind schwarz oder rot
> verpaart man zwei rote Tiere, so entstehen auch nur rote Nachkommen

 

Weißscheckung

Die Weißscheckung hat keinesfalls etwas mit den ganz weißen Katzen zu tun, und ist züchterisch kaum beeinflußbar. Das Gen 'S' ist sehr unberechenbar und es kann durchaus vorkommen, daß aus zwei Tieren mit geringem Weißanteil ein Harlekin gefärbtes Tier geboren wird. Man kann aber relativ sicher sagen, daß ein Tier mit sehr hohem Weißanteil auch reinerbig für das Gen 'S' ist.

 

1 - 3) sehr wahrscheinliche Kombination von Gen 'S' und 's' (1. hat meist nur einen kleinen weißen Fleck an der Kehle oder am Bauch)
4 - 5) kann sowohl S s als auch S S sein
6 - 7) sehr wahrscheinlich S S








Minimal Scheckung

Harlekin Van
             


Warum eine weiße Katze eigentlich gar nicht weiß ist

Stellen Sie sich folgendes vor : es hat geschneit und wenn Sie durch die Straße gehen, ist alles was Sie sehen weiß. Sie wissen aber genau, unter dem Schnee ist die Straße schwarz, das Dach Ihres Hauses ist rot oder der Tannenbaum grün.

Das Gen 'W' ist epistatisch, das bedeutet es hindert alle anderen Farben daran ihre Wirkung zu zeigen ! Dennoch sind diese Farben aber vorhanden und können vererbt werden !! Nur reinerbig weiße Katzen zeugen ausschließlich weiße Nachkommen - was aber nicht bedeutet, daß diese weißen Katzen keine Farbe unter ihrem "Tarnkäppchen" haben.

Aber wie findet man nun heraus, welche Farbe die weiße Katze eigentlich genetisch gesehen hat ? Dazu benötigt man möglichst viele Informationen zu dem Stammbaum der Katze. Welche Farbe hatten ihre Eltern und Großeltern? Ebenso kann man Testverpaarungen mit nicht weißen Katzen machen und anhand der Nachkommen Rückschlüsse auf die Farbe der weißen Katze schließen.

Beispiel : weiße Katze, weiblich, Kurzhaar
Vater : weiß, Kurzhaar - Mutter : blue tortie smoke, Kurzhaar (Gencode : aa B- C- dd I- L- Oo ss -- ww XX)
Verpaarung der weißen Katze mit einem black tabby classic Kater
Wurf : 1 Katze weiß, 1 Kater blau mackerel tabby, 1 Katze schildpatt, 1 Kater rot weiß

Jetzt können wir folgendes feststellen :
> die Katze trägt sowohl Agouti als auch non-Agouti, denn sie hat sowohl getigerte als auch einfarbige Nachkommen ( also Aa) - außerdem war die Mutter reinerbig und kann nur ein 'a' vererbt haben
> über die Gene B und C können wir keine Aussage treffen
> sie trägt sowohl das Gen 'D' als auch 'd', denn sie hat vollfarbige und verdünnt-farbige Nachkommen ( also Dd)
> obwohl sie keine silbernen Nachkommen hat, sagt das nichts darüber aus, ob sie das Gen 'I' von der Mutter geerbt hat, daher keine Aussage
> alle Nachkommen sind Kurzhaarig, demnach hat sie zumindest ein Gen 'L' ( L-)
> sie muß schildpatt sein, denn sie hat bunte Mädchen und Kater von beiden Farben ( Oo)
> sie muß zumindest ein 'S' haben, denn eines der Nachkommen ist gescheckt
> sie vererbt mackerel Tabby und ist somit in Verbindung mit dem Gen 'A' eine Tabby-Katze ( T-)
> sie ist mischerbig für weiß ( also Ww), sonst hätte sie nur weiße Nachkommen und sie ist weiblich ( also XX)

Gencode der weißen Katze : Aa -- -- Dd -- L- Oo S- T- Ww XX
> > > die Katze ist wahrscheinlich eine schwarz getigerte schildpatt Katze mit weiß ( black mackerel torbie white) oder eine schwarz-silber getigerte schildpatt Katze mit weiß ( black silver mackerel torbie white)!!

Ob sie vielleicht chocolate-Träger, Silber-Träger oder Masken-Träger ist, kann man nur in weiteren Testverpaarungen herausfinden - wenn man Glück hat, denn Mutter Natur schüttelt die Gene immer wieder durcheinander und bestimmt, was kommt und was verheimlicht bleibt. So kann eine Katze 4 Würfe nur black tabbys haben und beim 5. Wurf liegt plötzlich ein blaues oder schwarzes Tier im Nest.