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Die Norwegische Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze gehört zu den Rassen, die sich ohne Zutun des Menschen in einer bestimmten Region der Erde entwickelt haben. Sie haben sich dabei über viele Generationen (Jahrhunderte) optimal den klimatischen Bedingungen des Ursprungsgebietes angepasst.

Das Klima in Skandinavien lebt von Gegensätzen: Eisige, schneereiche Winter gefolgt von heißen, trockenen Sommern. Eine Katze die unter diesen Bedingungen leben muss sollte also eine gewisse Anpassung besitzen. Nur die Katzen mit der besten Anpassung haben überlebt und waren in der Lage sich fortzupflanzen. Auf diese Weise entwickelte sich eine gesunde, robuste Rasse. Ein besonderes Merkmal der Norwegischen Waldkatze ist das "doppelte Fell", d.h. sie hat eine dicke Unterwolle die sie gegen die klirrende Kälte warm hält und ein Wasser abstoßendes Deckhaar das leicht fettig ist. Die Katze hüllt sich im Winter in ein dichtes, wolliges Haarkleid dass von Wasser abstoßenden, leicht fettig glänzenden Grannen überdeckt wird.

Im Frühjahr wird der Wintermantel abgestreift und gegen ein leichteres Sommerfell mit deutlich weniger Unterwolle ausgetauscht. Das Deckhaar mit seiner norwegertypischen Struktur bleibt jedoch erhalten. Das bedeutet natürlich auch, das die Katze wirklich tagelang im Regen laufen kann ohne das sie bei Dauerregen völlig durchnässt. Auch Temperaturen unter minus 10 Gras Celsius überstehen die Katzen problemlos. Fasst man sie anschließend ins Fell, würde man ein kaltes, bzw. nasses Deckhaar fühlen aber eine warme Unterwolle, und somit einen warmen Körper.
Ein anderes besonderes Kennzeichen sind die Haarbüschel zwischen den Zehen. Sie machen die großen, runden Pfoten nicht nur breiter, - sie verhindern auch ein tiefes Einsinken in den Schnee. Die kälteempfindlichen Ohren sind mit langen Haarbüscheln versehen. Selbst bei Schneetreiben bleibt das Innere der Ohrmuschel frei von Kälte und Nässe. Und wenn es dann mal besonders ungemütlich in der freien Natur wird, kann die Norwegische Waldkatze sich zusammenrollen und den langen, stark behaarten Schwanz wie eine zusätzliche Decke um die Pfoten legen.

Sie hat einen hellwachen Blick, in dem noch viel Wildheit steckt. Der dreieckige Kopf mit dem geraden Profil u. den eleganten Luchsohren mit langen Pinseln passt so gut in die Umgebung von alten Tannenbäumen und Moos bewachsenen Fichten. Der Körper ist geschmeidig, muskulös, bereit, sich jeder sich bietenden Herausforderung zu stellen. Federnde Beine und kräftige Gelenke geben ihr die Fähigkeit, rasch davonzueilen und in die Wipfel der höchsten Bäume zu klettern wo man manchmal dann noch den buschigen Schweif sieht, der triumphierend über alles weht.

Dank einiger Züchter, die sich zusammenschlossen, um durch planmäßige Zucht, diese wunder-schöne Rasse zu erhalten, wurde das Verschwinden verhindert. Das geschah bereits in den 30er Jahren. Der Krieg unterbrach diese Überlegungen. In den 50er und 60er Jahren wurde die Arbeit aber wieder aufgenommen. 1972 wurde die Waldkatze in Norwegen als eigenständige Rasse anerkannt.
Erst 1977, auf der FIFe Generalausstellung in Paris, wurde sie von der FIFe (Federation Internationale Féline) anerkannt. Der Originalstandard der Norwegischen Waldkatze wurde einem Schwarz-Weiss-Getigertem Kater namens Pans Truls auf den Leib geschrieben. Von Anfang an wurde der norwegische Standard anerkannt und blieb seither grundlegend. Er wurde 1987, 1993 und im Jahr 2000 noch mal etwas justiert. 1981 durften Norweger exportiert werden.

Die Katze soll nach dem Aussehen und Typus beurteilt werden, nicht nach der Farbe, auch wenn die Rasse nach und nach in verschiedene Untergruppen aufgeteilt wurde - mit Rücksicht auf Ausstellungsgesichtspunkte.
Die erste Weltmeisterschaft für Rassekatzen wurde 1991 in München arrangiert und der Gewinner war ein norwegischer Waldkater: Flatland's Bjørnstjerne (Foto).
Die Rasse wurde unglaublich beliebt in den letzten Jahren. Auf norwegischen und schwedischen Ausstellungen macht die Waldkatze oft die zahlreichste Gruppe aus. Heute findet man sie auf der ganzen Welt. Das ist schon ein Triumph für das Naturkind aus den tiefen Wäldern.

Das Wesen:
Wer sein Heim mit Norwegischen Waldkatzen teilt lebt unter Kobolden: sich verstecken, oder Kleinigkeiten des Alltags (Kugelschreiber, Socken) verstecken, Türen öffnen etc. können dazu gehören. Wer das alles nicht so "eng" sieht wird durch die rücksichtslose, ungestüme Zärtlichkeit eines Trolls belohnt.

Die Norwegische Waldkatze liebt die Menschen. Sie hat eine grenzenlose Neugierde und ist daher auch meistens im selben Zimmer mit Ihnen, - eben da wo was los ist.
Sie ist eine gesellige Katze, welche gerne inmitten der Familie lebt u. ihre Menschen mit ihren Schmuseeinheiten verwöhnt. So sitzen die meisten gerne schnurrend auf dem Schoß, halten einen vom Zeitungslesen ab und wollen bei der Arbeit am PC helfen. Gleichzeitig ist sie auch eine "Jägerin" die sich ihren natürlichen Instinkt bewahrt hat - und da ist es egal ob es um diverses Spielzeug geht oder die Maus im Garten.:)

Ihre Stimme ist eher halblaut.

Die NFO ist erstaunlich flexibel und passt sich unheimlich schnell an. Sie kann problemlos auch in kleinen Wohnungen gehalten werden. Allerdings gibt es eine Voraussetzung für die Wohnungshaltung: Man muss ihr Klettermöglichkeiten schaffen. Man kann den Bewegungsdrang durchaus in akzeptable Bahnen lenken. An einem großen, stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen kann sie ihren Klettertrieb ausüben, sich genüsslich strecken und ihn mit ihren Krallen bearbeiten.

Ihre Katze wird Ihnen diese Anschaffung danken. Waldkatzen geben gerne ihrem Spieltrieb nach, daher ist es für die meisten am Schönsten wenn sie diesen zusammen mit einem vierbeinigen Spielgefährten ausleben können. Alles in allem ist die Norwegische Waldkatze trotz ihres halblangen Fells eine Rassekatze deren Fell nicht allzu großer Pflege bedarf. Sie hat in der Regel ein sehr pflegeleichtes Fell, welches keine tägliche intensive Fellpflege benötigt. Während des Fellwechsels sollte man die Katze mit regelmäßigem Bürsten und Kämmen unterstützen, so kann auch einer Bildung von Haarballen im Magen-Darmbereich vorgebeugt werden. Ansonsten ist meist noch nicht mal ein wöchentliches Kämmen nötig, da die Norwegische Waldkatze die Fellpflege meist selbst übernimmt.

Baden sollten Sie die Norwegische Waldkatze wirklich nur im Notfall.
Besonders wenn sie den ganzen Tag außer Haus sind raten wir Ihnen zu einem Spielgefährten, damit es ihrem Liebling nicht zu langweilig wird. Ansonsten ist jede Art von Spielzeug erwünscht, über Fellmäuschen, Bälle. Catnip-Säckchen bis hin zum Federwedel. Viele lieben es, wenn man Ihnen einen mit Netzen gesicherten Balkon, Terrasse oder Garten zur Verfügung stellt um dort die Sonnenstrahlen zu genießen, Fliegen zu fangen, Vögel zu beobachten oder durch den Schnee zu tollen.

Wenn man sich die Punkteverteilung des FIFe-Standards anschaut, sieht man ganz schnell worauf bei der Zucht bzw. Ausstellung ein großes Augenmerk gelegt wird.

Die Geschichte der Norwegischen Waldkatzen in Jahreszahlen

Geschichtliche Hinweise über derartige Katzen können wir weit zurückverfolgen:
  • 1220 Snorre Sturlason berichtet in der von ihm geschriebenen "jüngeren Edda" (Erzählung der nordischen Mythologie und Sagen), daß der Wagen der Göttin Freya von zwei Katzen gezogen wird und es dem Gott Thor in Utgard bei einem Wettkampf nicht möglich war, eine graue Katze hochzuheben, da sie zu groß und kräftig war.

  • 1835 Der Volkskundler P.Ch. Asbjornsen und der Dichter J. Moe sammeln alte Volkserzählungen und Märchen und veröffentlichen diese. In einigen davon wird die Waldkatze mit langem, buschigem Schwanz erwähnt, als "Zauberkatze oder Trollkatze", die vom Volk verehrt wurde.

  • 1883 In einer Zeitung, der "Aftenposten", ist eine Anzeige veröffentlicht mit dem Inhalt: "Eine blau-graue Waldkatze ist entlaufen".

  • 1912 Gabriel Scott, ein norwegischer Schriftsteller, veröffentlicht ein Kinderbuch mit Erzählungen über "Solvfaks", einen Norwegischen Waldkater. Dieses Buch wird dann 1952 auch in Deutschland unter dem Titel "Silberpelz" herausgegeben.

  • 1931 Haldis Rohlff wird bekannt in Norwegen mit einer Waldkatze, die den Namen "Petten" hat und in einer Tageszeitung abgebildet ist.
  • 1943 In einem norwegischen Buch "Die Katze - wildes Tier und Hausfreund", geschrieben von Reidar Alving und Kalle Lund, ist zu lesen: "Wir haben nun eine ausgezeichnete Basis für die planmäßige Zucht einer norwegischen Rasse - die Norwegische Waldkatze".
  • 1950 Konrad Hirschmann, Gründer des 1. Deutschen Angorakatzen Schutz- und Zuchtvereins besucht Norwegen, sieht die Norwegische Waldkatze und bemerkt: "Dies ist eine besondere Katzenrasse, die unbedingt gezüchtet und anerkannt werden sollte".
  • 1973 Vor 1973 kannten demnach doch relativ viele Menschen die Norwegische Waldkatze. Else und Egil Nylund war die Rasse jedoch damals unbekannt. Sie fanden allerdings, dass sie sehr schöne Katzen in ihrem Haus hielten und machten auch einige Fotos von Ihnen. Eines Tages zeigten sie ein Bild Sonja Borgel, einer Perserzüchterin, die auch sofort erkannte, dass es sich um Norwegische Waldkatzen handelte.
  • Ungefähr um die gleiche Zeit hatten Carl F. Nordane und Helen Nordane (vom Vorstand des Vereins NORAK und des norweg. Dachverbandes NRR), sowie Edel Runas (vom NRR Zuchtausschuss) einen Aufruf veröffentlicht, um Halter von Norwegischen Waldkatzen zu finden, damit die Rasse gerettet werden konnte. Als Sonja Borgel Kenntnis hiervon bekam, wurde die Initiative Carl Frederik Nordanes bald belohnt, denn am 9. Oktober 1973 konnte Edel Runas die Neuigkeit melden, daß sie bei Familie Nylund gewesen sei und die Waldkatzen gesehen hätte. Endlich konnte mit der geplanten Zucht dieser Rasse begonnen werden!
  • 1974 Es begann folgendermaßen: Pippa, die Katze von Edel Runas wurde mit Truls, dem Kater von Nylunds gepaart. Am 17. April 1974 wurden Pjewiks Troll und Pjewiks Nisse geboren - der Anfang war somit gemacht.

  • 1975 Von diesem Moment an wurde konzentriert weiter "gearbeitet". Es folgte eine Reihe von Paarungen verschiedener Linien und viele Ausstellungen wurden mit Waldkatzen besucht. Auf den Ausstellungen wurden die Katzen von einem Zuchtausschuss geprüft, aber nur wenige wurden anerkannt als Norwegische Waldkatze.

  • Die Idee, einen eigenen Waldkatzenring zu gründen, wurde im Jahre 1975 geboren – von Edel Runas, Familie Nylund und Egil Borchgreving. Carl Frederik Nordane gab seine bereitwillige Zustimmung zur Gründung dieser Interessengemeinschaft unter dem Patronat des Norske Rasekattklubbers Riksforbund. Und so trafen sich Edel Runas, Familie Nylund, Kari Hoybakk, Kari Eggun und Sonja Borgel im Haus von Liv Loose und hielten die erste Versammlung des "Norsk Skogkattring" 1975 ab.

  • 1977 Die "Pioniere" züchteten planmäßig weiter. Dies war nicht immer einfach, da nur wenig anerkannte Tiere vorhanden waren, aber das Ziel stand Ihnen immer vor Augen: damit die Anerkennung der Rasse bei der FIFé beantragt werden konnte, mußten drei vollständige Generationen nachweisbar sein.
  • Ankunft von der FIFé Generalversammlung am Flughafen Oslo. Von links: Edel Runås, Arvid Engh, Freddy Nordane mit "Truls" Egil Nylund, Ernst Sternesrød und Helén Nordane.
  • Das Ziel wurde erreicht! Im November 1977 fuhren Carl Frederik Nordane, Helen Nordane und Arvid Engh zur Generalversammlung der FIFe nach Paris. Bei der Heimkehr wurden sie am Flughafen in Oslo begeistert empfangen und kurz darauf war in sämtlichen norwegischen Haushalten im Fernsehen ein Bild von "Pans Truls" zu sehen, mit der Bemerkung: Die FIFé hat beschlossen, die Norwegische Waldkatze als eigenständige Rasse anzuerkennen!